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iMac G3 (Rev.A-D) im ATX-Tower (iTower #1)

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SchwachSuper 

Einbau des Logikboard eines iMac G3 (Rev.A-D) in ein PC-Gehäuse

Hintergrund-Geschichte

Schon seit längerem hat es mich gereizt, mal einen iMac der ersten Generationen (Revision A-D) in ein anderes - monitorloses - Gehäuse zu verfrachten.

Apples Rettung: Der iMac G3

Ich muss dazu sagen, dass der iMac G3 für mich der Einstieg in die Macwelt war, aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Fakt ist, dass ein typischer Defekt bei einem iMac G3 ein kaputtes AV-Board ist - die Platine, die Monitor-Logik und Computer-Netzteil vereint.
Als mir zum ersten mal die Umbau-Idee kam, waren gebrauchte (defekte) iMacs aber noch recht teuer, so dass ich meine Gedanken zunächst verwarf.
Zwischenzeitlich gab es dann erste Bilder solcher "iMac to ATX-Case" -Transplantationen im Internet zu besichtigen. Meist (nicht IMMER !) aber mit hässlichen Gehäusen und wirklich sehr "Kleingärtner" (Achtung: Klischee !) -haften Umsetzungen.

Kürzlich ergatterte ich dann mein Wunschgerät, ein iMac der Revision C (266MHz) in defektem Zustand für einen akzeptablen Preis.
Dieser iMac wies die klassischen Symptome des "AV-Board-Problems" auf: Wenige Sekunden nach dem Drücken des Einschaltknopf scheint der Mac in den Ruhezustand zu fallen.

So wird er mal aussehen

Viele Arbeitsstunden liegen noch zwischen dem funktionslosen iMac und diesem Ergebnis:


Das Gehäuse ist ein Mini-ITX-Case, welches ich bei einem Händler bei ebay erstanden habe. Bevor es jedoch dem iMac ein neues Heim bot, hatte ich ein VIA Epia-Board darin verbaut und das ganze als Linux-Server genutzt. Trotz der starken Entwicklung in Richtung vereinfachung, konnte mich Linux nicht voll und ganz überzeugen. Es ist ein andere Welt, an der ich Freude hatte, die aber noch immer echte Freaks erfordert - auch, wenn Linux-Fans einem etwas anderes weis machen wollen ;-) Aber auch das ist eine andere Geschichte. Kommen wir nun endlich zum.... 



Projekt Start

NACHMACHEN AUF EIGENE GEFAHR !  - Wie immer!

Bilder vom Zerlegen des iMac habe ich nicht gemacht, da ich davon ausgehe, dass jeder, der dieses Projekt nachbauen (oder besser noch: Perfektionieren) möchte
in der Lage ist einen iMac, den er eh nie wieder zusammensetzen möchte, auseinander zu schrauben. Zum Zeitpunkt des Baustarts stand auch noch nicht der Entschluss fest Mac Schrauber ins Leben zu rufen (es bestanden nur uralte Überlegungen eine solche Webseite zu erstellen). Ich würde mich aber sehr freuen, wenn jemand von Euch einen eigenen bebilderten Erfahrungsbericht über das öffnen eines iMac an unser Team senden würde !

Verwendbare Überbleibsel meines Schlachtfestes waren...
- das Logikboard (mit der Prozessorplatine, Modem, etc.),
- der Powerfilter (kleiner unförmiger Kasten, der unten am Logicboard hing),
- die kleine Frontplatine (mit den Kopfhörer-Anschlüssen),
- die kleine Flache Platine mit dem Monitor-Anschluss,
- die entsprehend zugehörigen Kabel und
- die Blende für die nach Aussen geführten Ports (USB, Ethernet, etc.)



Zunächst wurden neue Befestigungspunkte für das iMac-Board im ITX-Gehäuse erstellt. Hierfür kaufte ich im Elektronik-Fachgeschäft die Computertypischen Stifte mit Innengewinde (die Dinger sehen aus, wie überdimensional lange Muttern). Es ist wichtig, dass alle Massekontakte des Logic-Boards auch eine elektrisch leitende Gehäuseverbindung haben (Sprich: Alle Verschraubungspunkte des Mainboards, die eine silbern glänzende Umrandung um das Loch haben, müssen Kontakt mit dem Gehäuse haben). 

Nun folgte etwas Fleissarbeit: Das... 


ATX-Netzteil für den iMac

... anpassen (oder umgekehrt). Glücklicherweise musste ich hierfür keine langen (Mess-) Vorbereitungen treffen, denn entsprechende Pinbelegungen findet man hierfür im englisch sprachigen Internet. Ich benötigte lediglich...
- ein ATX-Verlängerungskabel
- ein Stück Platine (Streifenraster)
- einen 14-poligen IC-Sockel
- einen Hex-Inverter IC vom Tp 74HCT04
- etwas Schrumpfschlauch (Isolierband ginge notfalls auch) und
- ein wenig Kupferleitung (0,5mm2 wäre ideal, ich hatte nur 0,75mm2 zur Hand)


Die ATX-Verlängerung habe ich einfach mittig durchgeschnitten, denn ich brauchte ja nur das Gegenstück zum Stecker meines ATX-Netzteils. 
Das ganze habe ich dann entsprechend der folgenden Tabelle mit dem original iMac-Stromversorgungskabel verlötet. 



Der IC wird benötigt, da PC-Netzteile dadurch eingeschaltet werden, dass PS_ON (grün) auf Masse gezogen wird. Beim iMac-Netzteil veranlasst aber eine +5V-Spannung auf der PFW-Leitung (braun) das Anlaufen des Rechners. Der Inverter-IC wandelt die +5V, die durch drücken der Einschalttaste "weitergeleitet" werden, in die vom ATX-Netzteil benötigte Masse (GND) um. 
Die violette Ader führt auch +5V, wenn der PC ausgeschaltet ist (natürlich nur solange der Computer an eine in der nähe befindliche Steckdose angeschlossen ist, smile).

Nicht wundern: Wenn alles gemäss der Tabelle verbunden ist, bleiben ein paar Leitungen übrig. Diese sollten einfach nur Isoliert werden um später Kurzschlüsse zu vermeiden. 

Hier mein (fast) fertiges ATX -> iMac Kabel. 

 

Die Leitungen, die zur Platine mit dem IC gehen haben bei meinem Kabel andere Farben ! 
- für die Verlängerung von GRÜN habe ich WEISS verwendet 
- für die Verlängerung von BRAUN habe ich ROT verwendet 
- für den Abgriff von VIOLET habe ich BLAU verwendet 
(Nur schnell, um Verwirrung zu vermeiden, smile) 


 

Der Powerfilter

Theoretisch könnte man den Powerfilter auch weglassen, da er jedoch kleine Fehlfunktionen, ggf. sogar Schäden vermeiden helfen kann, habe ich mich entschieden ihn zu behalten. Hätte ich ihn weglassen wollen, wäre das gerade fertig gestellte ATX-Kabel auch recht nutzlos, da der Filter einen ganz anderen Stecker am Ausgang (und das Logic-Board dementsprechend als Eingang) hat.

Da ich den Power-Filter an einer unsichtbaren Stelle im Gehäuse (unter dem Combo-Laufwerk) platziert habe, benötigte ich noch...
- ein 26poliges Flachbandkabel
- einen 26poligen Quetsch-Stecker
- eine 26polige Quetsch-Buchse

Die fertige Konstruktion sieht am ende aus, wie eine Verlängerung für ein IDE-Kabel, nur dass das ganze etwas schmaler ist (weil es ja ein paar Pins weniger sind).
Der Pin 1 ist (wie beim IDE-Kabel) auf der Seite, wo das Flachbandkabel ROT Markiert ist.

Auf der Abbildung oben sieht man rechts vom gerade eingesteckten Stromkabel das Modem.
Oberhalb des Stromsteckers befindet sich der PCI-ähnliche Mezzanine-Slot, den Apple damals (ab iMac Rev. B oder C) nicht mehr mit einem Sockel versehen hat und somit die Erweiterbarkeit des iMac nochmals eingeschränkt hat. Wäre es nicht toll, wenn man dort heutzutage eine angepasste ATI Radeon oder eine USB2.0-/Firewire-/SATA-Karte einbauen könnte ?! Naja, vermutlich würde(n) diese Karte(n) unmoralisch viel Geld kosten, so dass es wohl günstiger wäre sich einen Mac mini zu kaufen ;-)

Aber ich schweife schon wieder ab....

Um das selbstgebaute Verbindungskabel auf den Ausgangsstecker des Power-Filter zu bekommen, musste ich die Seiten der Plastikumrandung herausbrechen.
Nachdem nun das Notwendigste erledigt war, konnte ich einen ersten Funktionstest wagen.

Prozessorkühlung nicht vergessen!

Doch halt ! Was ich zu diesem Zeitpunkt zwar schon erledigt hatte, jedoch noch nicht erwähnte, ist die Tatsache, dass oberhalb der CPU unbedingt ein Lüfter angebracht werden muss (siehe das zweite Bild ganz oben in diesem Text)! Im iMac sitzt der Gehäuselüfter nämlich auch genau über der Prozessorplatine.

Ein (nahezu) beliebiger Lüfter lässt sich problemlos am Abschirmgitter der Tochterplatine, auf der der Prozessor (und der Arbeitsspeicher) sitzt, befestigen: Einfach von unten gegenschrauben. Der Lüfter muss nicht besonders Leistungsstark sein, vorausgesetzt er ist nicht zu klein. Je kleiner der Lüfter, um so schneller muss er drehen, um die Luft ausreichend zu bewegen.
Ich habe einfach einen der im ITX-Tower mitgelieferten Gehäuselüfter genommen. Da er gross genug war, konnte ich diesen 12V-Lüfter einfach an 5V anschliessen. Auf diese Weise läuft er fast geräuschlos, kühlt die CPU aber ausreichend.

Wie ging es nun weiter ?!

Ich steckte provisorisch die Frontplatine (mit dem Einschaltknopf, etc.) und einen Lautsprecher ein und drückte den kleinen Power-Knopf.....
Alle Lüfter liefen an, die kleine grüne LED auf dem Logic-Board leuchtete....

Mehr dazu im zweiten Teil.

[Anm. Red.: Dieser Artikel stammt aus dem Archiv der Jahre 2005 bis 2010 und wurde 2012 nur leicht überarbeitet.]

Kommentare  

 
#2 ERNIE 2014-04-26 19:21
zitiere Ingo:
Meinst Du das klappt auch mit nem eMac?


Hallo Ingo,
Du hast recht, das funktioniert auch mit einem eMac. Diesem Umbau habe ich auch schon einmal durchgeführt. Ohne den angeschlossenen (internen) Monitor leidet die Bildausgabe über den externen Mini-VGA Ausgang jedoch. Man benötigt auch ein Tool, welches einem ermöglicht beliebige Bildschirmauflö sungen einzustellen.

Wenn man kein zusätzliches Netzteil (ausser einem ATX-Netzteil) hat, kann man am Firewire-Port keine Geräte betreiben, die den Strom über den Firewire-Port beziehen. Wenn ich mich noch richtig erinnere, benötigt Firewire eigentlich 19V (?). Mit der o.g. Einschränkung funktioniert FW auch, wenn man einfach 12V an die internen Versorgungs-Pin s anlegt.

Beim eMac ist es ganz wichtig, dass man alle Massepunkte (also dort, wo das Board verschraubt ist) undbedingt auch nach dem Umbau auch mit der Gehäusemasse verbindet.

Ich hoffe Dir damit ein wenig geholfen zu haben.
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#1 Ingo 2014-04-24 11:58
Hallo. Das ist zwar ein alter Artikel. Aber mal ne Frage: Meinst Du das klappt auch mit nem eMac?
Der hat ja z.B. schon quasi einen Monitorausgang. (den passenden Adapter habe ich!)

Das Problem ist doch nur die Stromversorgung...

Wäre toll, wenn Du eine Antwort hättest!

P.S.: Tolle Seite, tolle Arbeit!!!!
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